Joshua Radin!

Mit der Musik geht es, glaub ich, vielen so wie mir. Man könnte es fast schon als Phänomen bezeichnen, wie unterschiedliche Musik verschiedene Gefühle und sogar Stimmungen auslösen kann. An einem Lied muss nur eine Erinnerung hängen und schon weicht gute Laune Melancholie, sie motiviert im Sport oder wandelt einen blöden Tag doch noch zu guter Laune.

Musik war schon immer etwas sehr wichtiges für mich und hatte in jeder Situation etwas tröstlich- oder auch motivierendes.
Auf Grund dessen, dass ich viel quer Beet höre, hab ich kaum konkrete Lieblingsinterpreten. Was eine Erklärung dafür sein könnte, dass ich kaum auf Konzerte gehe.

Auch zu dem Konzert von Joshua Radin bin ich eher zufällig gekommen: Um meinen Geburtstag herum fragte mich eine Freundin, ob ich nicht Lust hätte zu ihr zu kommen. Es würde dieser Künstler dort ein Konzert geben, von dem das Lied zu einer bewegenden Szene aus Grey’s Anatomy stammt. Ich hatte weder die Serie, oder die entsprechende Folge gesehen, noch hatte ich jemals etwas von Joshua Radin gehört.

Ich habe vorher immer mal wieder überlegt, ob ich in seine Lieder schon einmal reinhören sollte, aber ich entschied mich intuitiv dagegen.

So saßen wir also an diesem Spätwinterabend, dick eingepackt, eine Apfelschorle in der Hand, in einer Kirche und warteten auf einen Künstler, von dem wir maximal ein Lied kannten und von dessen Vorgruppe wir noch nie etwas gehört hatten. Und es wurde das schönste Konzert überhaupt und ein wahnsinnig schöner Abend!

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Die Kirche war wunderschön – mit wenigen Lichtern und ein bisschen Ton Technik war daraus eine ganz besondere Location und Akustik geworden.
Joshua Radin’s Auftritt fehlte es dadurch an nichts.

Vor jedem Lied erzählte er von dessen Entstehung und dadurch eben auch von seinem Leben. Ganz frei teilte er Ausschnitte seiner Geschichte, Dingen, die ihn bewegt hatten und so bewegten die Lieder umso mehr. Ich hatte das Gefühl, jeder konnte sich damit identifizieren, sein Herz öffnen und bei sich sein. Diese Unbefangen- und Offenheit hat mich/uns mehr als beeindruckt.

Genauso faszinierend war es, dass ein Mann, eine Gitarre und Geschichten ausreichten, um aus einer Menge fremder Menschen eine Gemeinschaft entstehen zu lassen: Bei dem Lied „High and Low“ (wie passend!) forderte er uns alle auf, aufzustehen und den Refrain mit zu klatschen. Binnen weniger Sekunden entwickelte sich aus uns allen eine Art kleine Akustik Band: Es wurde nicht mehr nur geklatscht, einige fingen an rhythmisch auf die Sitzbank vor sich zu trommeln, andere an eine der Kirchensäulen. Wir alle lachten, fühlten uns wohl und trugen dieses „wir“ Gefühl mit uns, auch, als wir wenige Minuten später wieder alle unseren ganz eigenen Weg gingen. Bereichert.

Wir konnten es danach ganz gut in Worte fassen: Es war, als hätte man ein Stück der eigenen Seele wieder gefunden.

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Solltet ihr also einmal die Chance bekommen auf ein Konzert dieses außergewöhnlichen Künstlers zu gehen: Geht unbedingt hin!

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